Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Anbieter: The Marketplace Guys UG (haftungsbeschränkt), Ritterstraße 8, 33602 Bielefeld (nachfolgend „Anbieter").
Sprachversionen
Diese AGB werden in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt. Im Falle von Widersprüchen oder Auslegungsunterschieden zwischen den beiden Versionen ist die deutsche Fassung maßgeblich und rechtsverbindlich. Die englische Fassung dient ausschließlich der Information.
§ 1 Geltungsbereich; B2B-Beschränkung
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge zwischen dem Anbieter und seinen Kunden (nachfolgend „Kunde") über die Nutzung des unter der Marke „Marginly" angebotenen Software-as-a-Service-Produkts.
(2) Das Angebot des Anbieters richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Verträge mit Verbrauchern (§ 13 BGB) werden nicht geschlossen. Mit der Bestellung versichert der Kunde, in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit zu handeln.
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende AGB des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.
§ 2 Vertragsgegenstand
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden eine cloud-basierte Software (Software-as-a-Service) zur Verfügung, die Daten aus der OTTO-Market-API synchronisiert, aufbereitet und Funktionen zur Optimierung der OTTO-SPA-Werbekampagnen sowie zur Sortiments- und Bestelldaten-Analyse bereitstellt (nachfolgend „Service").
(2) Der Funktionsumfang ergibt sich aus der jeweils gültigen Leistungsbeschreibung auf der Website des Anbieters zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses sowie der gewählten Tarifstufe.
(3) Der Anbieter schuldet keinen wirtschaftlichen Erfolg, insbesondere keine bestimmte Steigerung von Werbeumsätzen, Conversion-Rates oder Marktplatz-Kennzahlen. Der Service ist ein Werkzeug zur Unterstützung der unternehmerischen Tätigkeit des Kunden.
§ 3 Vertragsschluss
(1) Die Darstellung des Services auf der Website stellt kein bindendes Angebot, sondern eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots dar.
(2) Der Kunde gibt durch Auswahl eines Tarifs und Absenden des Bestellformulars ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Nutzungsvertrags ab.
(3) Der Vertrag kommt mit Zugang der ausdrücklichen Bestellbestätigung des Anbieters per E-Mail oder mit der Bereitstellung der Zugangsdaten zustande – je nachdem, was zuerst geschieht.
§ 4 Leistungsumfang
(1) Der Anbieter erbringt im Rahmen des gewählten Tarifs insbesondere folgende Leistungen:
- Bereitstellung des Services über das öffentliche Internet als SaaS,
- regelmäßige Synchronisation von Daten aus der OTTO-Market-API,
- Pflege, Wartung und Weiterentwicklung des Services,
- Support gemäß dem jeweils gewählten Tarif (Reaktionszeiten siehe Tarifübersicht),
- Bereitstellung notwendiger Dokumentation.
(2) Die Bereitstellung der Software erfolgt am Routerausgang des vom Anbieter genutzten Rechenzentrums (Übergabepunkt). Für die Anbindung des Kunden an das Internet sowie für die Hard- und Software auf Kundenseite ist der Kunde verantwortlich.
§ 5 Pflichten des Kunden
(1) Der Kunde ist verpflichtet:
- bei der Registrierung wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen und diese aktuell zu halten,
- gültige Zugangsdaten zur OTTO-Market-API bereitzustellen und sicherzustellen, dass er zur Anbindung dieser Zugänge berechtigt ist,
- seine Login-Daten geheim zu halten und gegen unbefugten Zugriff zu sichern,
- den Service nicht missbräuchlich zu nutzen, insbesondere nicht für rechtswidrige Zwecke, zur Umgehung von Schnittstellenlimits, für massenhaftes Scraping oder zur Beeinträchtigung der Verfügbarkeit,
- erforderliche datenschutzrechtliche Grundlagen für die durch ihn veranlasste Verarbeitung personenbezogener Daten Dritter sicherzustellen,
- den Anbieter unverzüglich zu informieren, sobald er Anhaltspunkte für einen Missbrauch seines Accounts hat.
(2) Der Kunde ist für sämtliche Aktivitäten verantwortlich, die unter seinem Account vorgenommen werden, sofern ihn ein Verschulden trifft.
§ 6 Vergütung, Zahlungsbedingungen, Preisanpassung
(1) Die Vergütung richtet sich nach dem vom Kunden gewählten Tarif. Sämtliche Preise verstehen sich als Nettopreise zuzüglich der jeweils gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Die Vergütung wird im Voraus für die jeweilige Abrechnungsperiode (monatlich oder jährlich) fällig. Die Zahlung erfolgt über die im Bestellprozess angegebenen Zahlungsdienstleister (z. B. künftig Stripe).
(3) Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, gesetzliche Verzugszinsen zu verlangen und den Zugang zum Service nach erfolgloser Mahnung zu sperren.
(4) Der Anbieter ist berechtigt, die Vergütung nach billigem Ermessen anzupassen. Eine Preiserhöhung wird dem Kunden mindestens 30 Tage vor Wirksamwerden in Textform mitgeteilt. Im Falle einer Preiserhöhung steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zum Wirksamwerden der Erhöhung zu. Hierauf wird er in der Mitteilung ausdrücklich hingewiesen.
§ 7 Vertragslaufzeit und Kündigung
(1) Der Vertrag wird je nach gewähltem Tarif mit einer Mindestlaufzeit von einem Monat oder einem Jahr abgeschlossen.
(2) Sofern der Vertrag nicht zum Ende der Mindestlaufzeit gekündigt wird, verlängert er sich automatisch um einen weiteren Zeitraum entsprechender Dauer (Monats- bzw. Jahresabonnement).
(3) Die ordentliche Kündigung ist zum Ende der jeweils laufenden Abrechnungsperiode möglich und kann in Textform (z. B. E-Mail an hello@themarketplaceguys.com) oder über die im Service bereitgestellte Kündigungsfunktion erklärt werden.
(4) Das Recht beider Parteien zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere bei nachhaltigem Zahlungsverzug, schwerwiegender Verletzung der Pflichten nach § 5 oder bei Insolvenz des Kunden vor.
§ 8 Verfügbarkeit, Wartung
(1) Der Anbieter strebt eine Verfügbarkeit des Services von 99 % im Jahresmittel an, gemessen am Übergabepunkt des Rechenzentrums.
(2) Geplante Wartungsarbeiten werden – soweit möglich – außerhalb üblicher Geschäftszeiten durchgeführt und dem Kunden mit einem Vorlauf von mindestens 48 Stunden in Textform oder im Service angekündigt. Geplante Wartungsfenster gelten nicht als Nichtverfügbarkeit.
(3) Ausfälle, Einschränkungen oder Änderungen der OTTO-Market-API oder anderer Drittanbieter-Schnittstellen liegen außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters und gelten nicht als Nichtverfügbarkeit des Services. Gleiches gilt für Ereignisse höherer Gewalt sowie Störungen, die der Anbieter nicht zu vertreten hat.
§ 9 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt nach den gesetzlichen Vorschriften für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, für Schäden aufgrund Vorsatzes oder grober Fahrlässigkeit, im Rahmen einer ausdrücklich übernommenen Garantie sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.
(2) Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) – also solcher Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertraut und vertrauen darf – ist die Haftung des Anbieters auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt.
(3) Im Übrigen ist die Haftung des Anbieters – auch für Pflichtverletzungen seiner Erfüllungsgehilfen – ausgeschlossen.
(4) Eine Haftung für mittelbare Schäden, Folgeschäden, entgangenen Gewinn, insbesondere entgangenen Werbe-Gewinn, entgangene Marktplatz-Umsätze, entgangene Provisionen oder Reputationsschäden auf Drittplattformen (insbesondere otto.de) ist – außerhalb der Fälle nach Absatz 1 – ausgeschlossen.
(5) Die verschuldensunabhängige Haftung des Anbieters für anfängliche Mängel gemäß § 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB wird ausgeschlossen.
(6) Der Kunde ist verpflichtet, regelmäßige Datensicherungen seiner über den Service verarbeiteten Daten vorzunehmen, soweit dies zumutbar ist. Bei Datenverlust haftet der Anbieter nur für denjenigen Aufwand, der bei ordnungsgemäßer Datensicherung des Kunden zur Wiederherstellung der Daten erforderlich gewesen wäre.
§ 10 Datenschutz und Auftragsverarbeitung
(1) Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten gemäß seiner Datenschutzerklärung.
(2) Soweit der Anbieter im Rahmen der Erbringung des Services personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden verarbeitet (insbesondere bei der Synchronisation von OTTO-Bestelldaten mit Endkundenbezug), schließen die Parteien einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO. Der entsprechende Vertrag wird vom Anbieter zur Verfügung gestellt und ist Bestandteil des Vertragsverhältnisses.
§ 11 Änderungen dieser AGB
(1) Der Anbieter kann diese AGB ändern, soweit dies durch geänderte rechtliche Rahmenbedingungen, technische Weiterentwicklungen, Änderungen des Leistungsumfangs oder zur Schließung von Regelungslücken erforderlich ist und der Kunde durch die Änderung nicht unangemessen benachteiligt wird.
(2) Änderungen werden dem Kunden mit einem Vorlauf von mindestens sechs (6) Wochen vor Inkrafttreten in Textform (z. B. per E-Mail an die hinterlegte Kontaktadresse) mitgeteilt. Widerspricht der Kunde der Änderung nicht innerhalb von sechs Wochen nach Zugang der Mitteilung in Textform, gelten die geänderten AGB als angenommen. Der Anbieter wird den Kunden in der Mitteilung auf die Bedeutung des Schweigens und sein Widerspruchs- bzw. Sonderkündigungsrecht hinweisen.
(3) Im Falle eines fristgerechten Widerspruchs hat der Anbieter das Recht, das Vertragsverhältnis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung ordentlich zu kündigen.
§ 12 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist – soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist – Bielefeld. Der Anbieter ist auch berechtigt, am allgemeinen Gerichtsstand des Kunden zu klagen.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam oder nicht durchsetzbar sein oder werden, so bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen davon unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung tritt die gesetzliche Regelung; eine etwaige Lücke ist in einer dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung möglichst nahekommenden Weise zu schließen.
Stand: 2026-05-09